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München, Donnerstag, Juli 23, 2009 - 14:03
Mobiltelefone verbessern Verkehrsmanagement
Geräte leisten als mobile Signalgeber wertvolle Dienste
Wissenschafter der Universität Stuttgart
http://www.isv.uni-stuttgart.de/vuv haben in Zusammenarbeit mit
T-Mobile, den Städten Karlsruhe und Stuttgart sowie dem
Innenministerium Baden-Württemberg das Verbundprojekt "Do-IT"
(Datenoptimierung für integrierte Telematik) ins Leben gerufen. In
diesem Rahmen wird im Autobahnviereck zwischen Stuttgart, Karlsruhe,
Heilbronn und Mannheim gestestet, ob sich Mobiltelefone als Sensoren
zur Erfassung der Straßenverkehrslage und damit für die Optimierung von
Verkehrsleitsystemen eignen. Dafür machen sich die Forscher Signale von
Mobiltelefonen als Geodatenquelle zunutze. Die so erhobenen Daten
werden in der Folge mit Hilfe von Map-Matching-Algorithmen auf eine
digitale Karte projiziert und ausgewertet. Den Wissenschaftern steht so
eine mehr als repräsentative Stichprobe zur Verfügung, da bereits über
60 Prozent der Fahrzeuglenker ein Mobiltelefon mit sich führen. Deren
Routenwahl ist für die Entwicklung leistungsfähiger Verkehrsleitsysteme
von zentraler Bedeutung.
"Es wird immer dann ein Datensatz
generiert, wenn die untersuchten Personen mit ihren Mobiltelefonen in
eine andere Local Area - ein aus 20 bis 60 Funkzellen zusammengefasstes
Gebiet - übertreten und ein Signal in Form des Local Area-Updates (LAU)
abgegeben wird. Der Raum Stuttgart alleine besteht etwa aus fünf bis
sechs solcher Local Areas, das Testgebiet umfasst jedoch noch viele
mehr", berichtet Markus Friedrich, Professor am Lehrstuhl für
Verkehrsplanung und Verkehrstechnik an der Universität Stuttgart, auf
Anfrage von pressetext. Aus diesen rund 40 Mio. generierten Datensätzen
würden dann etwa 600.000 Ortsveränderungen im Verkehrsnetz abgeleitet,
so Friedrich weiter. Noch ist die Auswertung der "Floating Phone Data"
noch nicht abgeschlossen. Es zeichnet sich jedoch schon ab, dass auf
diese Weise eine Vollerfassung der aktuellen Verkehrsdaten in allen
relevanten Straßennetzen möglich sein wird.
Analog zur
GPS-Technologie werden die Daten mittels sogenannter
Map-Matching-Algorithmen auf eine digitale Landkarte projiziert. So
können Verhaltensmuster untersucht und geeignete Routen gefunden
werden. Auf dieser Basis lässt sich nicht nur die jeweilige
Verkehrslage analysieren. Auch lässt sich erforschen, wie Autofahrer
auf Radiomeldungen, Wechselwegweisungen und andere Einflüsse reagieren.
Daher sind die Forscher vorwiegend an längeren Fahrtrouten interessiert
und es fällt auch nicht ins Gewicht, dass Mobiltelefone - im
Unterschied zu den in sehr kurzen Abständen abgegebenen GPS-Signalen -
nur etwa alle zehn Minuten LAUs senden. Als technisch schwierig erwies
sich die Beschaffung bzw. Aufbereitung der Daten in Kooperation mit dem
Mobilfunkbetreiber T-Mobile. Deren hoher Marktanteil garantiert jedoch
die Repräsentativität der genommenen Stichprobe. Die Idee,
Mobiltelefone zur Erhöhung der Verkehrssicherheit einzusetzen, wird in
unterschiedlichster Form verfolgt.
Quelle: Pressetext
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