News
Neuigkeiten rund um Autos, Mobilität, Reisen und Verkehr.
Sie können unsere News auch bequem als RSS-Feed empfangen.
Dienstag, Dezember 20, 2011 - 15:57
Mobilität ist ein Grundbedürfnis - Bayerns Wirtschafts- und Verkehrsminister Martin Zeil im Interview mit Mobil in Deutschland e.V.

Die Kanzlerin sagt:
" Mobilität ist ein Ausdruck der Individualität." Das sehen viele
Oberbürgermeister ganz anders und gängeln die Autofahrer, wo es geht. Gehört
das Auto auch heute noch zu einem modernen Stadtbild?
Mobilität ist ein Grundbedürfnis der
Menschen. Sie bildet die Voraussetzung für eine Teilhabe am gesellschaftlichen
Leben und ist für wirtschaftlichen Erfolg unerlässlich. Allerdings steht das
ständig steigende Verkehrsaufkommen in einem Spannungsverhältnis zur Ökologie
und führt zu gesellschaftlichen Problemen. Folglich findet Individualität dort
ihre Grenzen, wo sie von der Allgemeinheit nicht mehr verkraftet werden kann.
Heutzutage ist aus einem modernen Stadtbild deshalb ein attraktiver
öffentlicher Verkehr nicht mehr wegzudenken.
Welche deutschen
Verkehrsprojekte müssen schnellstens umgesetzt werden?
Für mich als bayerischen Verkehrsminister hat
die Umsetzung des Bahnknotenkonzepts des Freistaats hohe Priorität. Wichtige
Elemente sind hier die 2. Stammstrecke, mit der wir die Münchner S-Bahn fit für
die Zukunft machen werden, die Verbesserung der Flughafenanbindung aus Nordostbayern
durch die Neufahrner Kurve und den Erdinger Ringschluss, sowie die Erweiterung
der Strecke Daglfing-Johanneskirchen. Eine dritte Start- und Landebahn am
Flughafen München stellt die Weiterentwicklung des weißblauen Luftverkehrsdrehkreuzes
sicher. Darüber hinaus ermöglicht uns der Aus- und Neubau der Zugstrecke
Nürnberg – Erfurt, die Hauptstadt von der Frankenmetropole aus in drei Stunden
zu erreichen. Schließlich befürworte ich auch eine vollständig ausgebaute
Magistrale für Europa von Paris nach Budapest, weil die europäischen Nachbarn
dadurch näher zusammenrücken.
Wie wichtig werden
Elektromobilität und innovative Antriebe in den nächsten Jahren für die
Menschen in Deutschland?
Die individuelle Mobilität mit dem eigenen, jederzeit
verfügbaren Auto ist für viele ein selbstverständlicher und wichtiger
Bestandteil des Lebens. Weil die fossilen Energieträger endlich sind und viel
CO2 emittieren, müssen wir es schaffen, in naher Zukunft eine
umweltverträgliche, bezahlbare Alternative zu etablieren. Wir sollten dabei für
verschiedene Technologien aufgeschlossen sein. Auch wenn derzeit die Elektromobilität
in aller Munde ist und ich diese ebenfalls als eine wichtige Säule zukünftiger Mobilität
sehe, wird diese kein Allheilmittel sein. Ich bin überzeugt davon, dass wir in
den nächsten Jahren viele innovative, für die unterschiedlichen Nutzungsanforderungen
optimierte Antriebsarten erleben werden.
Immer mehr Städte und
Autohersteller setzen auf Carsharing. Hat das Zukunft?
Marktforschungsinstitute sehen für sämtliche Formen
von Carsharing-Systemen einen Trend mit hohen Zuwachsraten. Die schlechtesten Prognosen
liegen bei 20 Prozent pro Jahr, die besten bei 50 Prozent. Gerade in
Großstädten ist derzeit die Tendenz bei jungen Erwachsenen zu beobachten, kein
eigenes Auto mehr anzuschaffen, sondern neben Fahrrad und öffentlichen Verkehrsmitteln
auch Carsharing-Angebote zu nutzen. Für mich stellt Carsharing dabei einen guten
Weg dar, um das ständig steigende Verkehrsaufkommen zu bewältigen. Zudem
reduziert sich beispielsweise die Anzahl
parkender Pkws in den Innenstädten.
Sind Sie ein guter
Beifahrer?
Bei meinem gefüllten Terminkalender bin ich täglich
auf meine Fahrer im Dienstwagen angewiesen. Diesen vertraue ich voll und ganz.
Da meine Familie aus lauter guten Fahrern besteht, kann ich mich privat auf dem
Beifahrersitz gut entspannen.
Welches war Ihr erstes
Auto? Und welche Erinnerungen haben Sie an dieses?
Mein erstes Auto war ein VW-Käfer. Ein
Super-Auto, das extrem lange gehalten hat.
Ähnliche Artikel
- Der Bundesverkehrsminister spricht Klartext
- Bundeswirtschaftsminister und Vizekanzler Dr. Philipp Rösler im Gespräch mit Mobil in Deutschland e.V.
- Wohin die Reise geht
- Mobil in Deutschland auf der Expo Real 2009
- Kanzlerin eröffnet IAA 2011: Mobilität ist ein Ausdruck der Individualität
- Staatssekretär Dr. Andreas Scheuer im Gespräch mit Mobil in Deutschland e.V.: „2011 kommen die ersten Wechselkennzeichnen“
- Fliegen in Berlin und München
- Mobil in München e.V. wird zu Mobil in Deutschland e.V.
- Große Verkehrsumfrage 2010
- ÜBERFLIEGER FLUGHAFEN - Was sich auf den deutschen Airports alles tut....




