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Blitzlichtgewitter zur Einweihung des neuen Richard-Strauss-Tunnels im Münchner Osten

München, Donnerstag, Juli 23, 2009 - 14:08


Endlich ist er da der neue Tunnel im Münchner Osten.News Tunnel 18.07.09_1 Und endlich können Autofahrer und Anwohner aufatmen. Ab Montag 20. Juli 2009 um 05.00 Uhr früh wird der Münchner Osten wieder um eine Attraktion reicher, wenn der Verkehr dann in 1,5 km unter der Erde geleitet wird und Autofahrer und Anwohner gleichsam von diesem einzigartigen Bauprojekt profitieren. Das hat auch OB Ude so gesehen, der bereits am Samstag Mittag bei der Einweihung von einem "bedeutsamen Tag für das Verkehrsgeschehen" sprach und gleichzeitig einräumte dass seine "verkehrlichen Einwände von damals (Anm. der Red.: der Bürgerentscheid 1996) verkehrt gewesen seien. Eine Bündelung von Ringstraßen führt zu einer Entlastung von Wohnquartieren." Ähnlich argumentierten der Bayerische Wirtschaftsminister Martin Zeil und sein Kollege der Bayerische Innenminister Joachim Herrmann, die beide von einem Tag der Freude sprachen. Der dritte Tunnel am Luise Kiesselbach Platz, der gerade gebaut wird, ist übrigens das größtes bayerische kommunale Straßenprojekt, das jemals in Bayern gebaut wurde.

Einen Wehrmutstropfen bei der ganzen Euphorie gibt es aber dennoch und das möchte Mobil in Deutschland e.V. allen Autofahrern vor ihrer Jungfernfahrt mit auf den Weg geben. Der neue Tunnel ist mit Radaranlagen ausgestattet wie noch nie ein Tunnel in Deutschland ausgerüstet wurde. Mindestens 16 Kameras, sogenannten Geisterblitzer erfassen jeden Autofahrer und blitzen ihn, wenn er zu schnell fährt. Dieser Infrarotblitz ist für das menschliche Auge nicht mehr sichtbar, daher der Name Geisterblitzer. Das bedeutet ab Montagmorgen 05.00 Uhr früh, (falls das Polizei Präsidium München dann die Geräte scharf schaltet) dass wirklich alle Autofahrer sehr auf die Einhaltung ihrer Geschwindigkeit achten sollen, weil sie sonst viel Geld, Punkte und ihren Führerschein riskieren. Mobil in Deutschland e.V. fürchtet, dass bis Ende das Jahres somit "50.000 Bußgeldbescheide" erlassen und "5000 Fahrverbote" ausgesprochen werden.

Mobil in Deutschland möchte auch die Frage aufwerfen, warum ein Tunnel, der nach neuesten baulichen und sicherheitstechnischen Maßstäben gebaut ist so viel an Radarüberwachung braucht und ob nicht Überwachungskameras und sonstige Sicherheitstechnik gereicht hätten. Darüber hinaus fordern wir, dass die Autofahrer unübersehbar und deutlich vor diesem "Blitzlichtgewitter" gewarnt werden. Mittels blinkender Hinweisschilder wie es sie z.B. in Wien gibt oder sonstiger Warnhinweise. Wer dann wirklich noch zu schnell fährt ist selber schuld. So aber entsteht der Eindruck, dass es dem Staat hier wieder nur darum geht, Geld zu verdienen und nicht darum, wirkliche Sicherheit zu gewährleisten.

Mobil in Deutschland e.V. freut sich dennoch sehr, dass mit dem Petueltunnel, jetzt dem Richard Strauß Tunnel und bald auch mit dem Luise Kiesselbach Platz Tunnel alle 3 großen Tunnelprojekte realisiert werden, wie es die Münchner in ihrem Bürgerentscheid 1996 in Mehrheit beschlossen haben. Mobil in Deutschland e.V. (damals noch Mobil in München e.V.) war einer der vielen Initiatoren für den Bau der 3 Tunnels am Münchner Mittleren Ring. Wir hoffen natürlich, dass das erst ein Anfang des Straßentunnelbaus in München ist. Innenstädte sollen vom Verkehr entlastet werden und das geht heute bei weiterhin steigenden Verkehrsleistungen nur mit leistungsfähigen Straßen, Autobahnringen und Tunnels.

Foto: Nachrichten München

Presseecho:

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Presseartikel des Jahres 2009
Artikel Datum Quelle
Blitzer im Richard-Strauss-Tunnel 12.12.2009 Tageszeitung
Radarreibach 8.08.2009 Abendzeitung
Geisterblitzer Aufruf 25.07.2009 Radio Arabella
München-Report: Geisterblitzer 15.07.2009 Charivari 95.5
Blitzeralarm im neuen Tunnel 9.07.2009 Abendzeitung
Sechs Blitzer für den neuen Tunnel 9.07.2009 Münchner Merkur
Hier werden heuer noch 50.000 Raser geblitzt 9.07.2009 Tageszeitung

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Kommentare

  1. von Lässig, 2009-07-26 17:42:10

    @Tine: "alle schauen nur zu wie uns das Geld aus den Taschen gezogen wird!" Ja stimmt ! Ich schau dir und allen anderen Tieffliegern gelassen zu, wie es blitzt und fahre währendessen einfach nicht schneller als erlaubt. Immer schön lächeln im Tunnel, damit die Bilder auch gut werden.

  2. von Go, 2009-07-24 06:37:53

    Haltet Euch doch einfach an die Höchstgeschwindigkeit....dann müßt ihr auch nichts zahlen. So einfach ist das. Die im Artikel angesprochenen Zusatzwarnhinweise (blinkende Warnhinweise) wären unnötige Geldverschwendung. Eine allgemeine Geschwindigkeitsbegrenzung ist ja lang genug angekündigt und wiederholt. Schnarchnasen, die das nicht erkennen oder die daran denken haben nichts im öffentlichen Verkehr zu suchen, da sie nicht nur sich, sondern auch und vor allem andere gefährden. Meine Gedanken dazu.

  3. von Diridari, 2009-07-23 20:27:08

    Vollkommen richtig! Der Tunnel ist super, aber was da an den Wänden hängt an Blitzern! Unglaublich. Die hätten da mal lieber ein paar schöne Bilder ranhängen sollen anstatt von uns Fotos machen zu wollen.

  4. von Tine, 2009-07-23 14:47:40

    Da hast Du recht…alle schauen nur zu wie uns das Geld aus den Taschen gezogen wird!

  5. von Ben, 2009-07-23 14:43:35

    Mit der Sache will sich die Stadt München wieder eine Gelddruckmaschine bauen – eine Frechheit ist das!

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