Die im Zuge der Absatzkrise der
Automobilindustrie zur Nachfragestärkung in Deutschland eingeführte
Abwrackprämie droht Prüfgesellschaften wie dem Technischen
Überwachungs-Verein (TÜV)
http://www.vdtuev.de oder der Dekra
http://www.dekra.de
zum Bumerang zu werden. Wie die Wirtschaftswoche heute, Freitag, unter
Berufung auf Unternehmenskreise berichtet, sehen sich beide
Institutionen mangels Inspektionsaufträgen älterer Autos bis Ende 2010
hochgerechnet mit Umsatzeinbußen von rund 100 Mio. Euro konfrontiert.
"Die
seitens der Politik initiierte Umweltprämie sehen wir aus zwei
Perspektiven. Zum einen ist es erfreulich, dass dadurch potenziell
sicherere und vor allem umweltverträglichere Autos auf den Straßen
unterwegs sind und die Verkehrssicherheit davon sehr profitiert.
Andererseits bricht uns damit aber auch das Überprüfungsgeschäft ein",
erklärt TÜV-Nord-Sprecher Dirk Sarnes
http://www.tuev-nord.de
gegenüber pressetext. Obwohl der TÜV Nord bislang jedoch
vergleichsmäßig weniger stark betroffen ist, summieren sich die
Umsatzeinbußen bundesweit schnell auf. Dem Bericht nach erwartet die
Branche, dass wegen der Abwrackprämie 2009 und im kommenden Jahr fast
zwei Mio. Haupt- und Abgasuntersuchungen wegfallen werden.
Obwohl
der TÜV Nord bislang "keine politischen Forderungen zur Nachbesserung
der bestehenden Gesetzgebung stellt", scheint das Problem von TÜV und
Dekra hausgemacht. Schließlich müssen Neuwagen in der Regel erstmals
nach drei Jahren zur Inspektion vorfahren. Die Halter älterer Fahrzeuge
sind hingegen gesetzlich dazu verpflichtet, alle zwei Jahre die
Untersuchung vorzunehmen. Auch die Dekra als größte Prüforganisation im
Automobilgeschäft in Europa geht für das laufende Geschäftsjahr von
einer Minderung der Umsätze zwischen zehn und 20 Mio. Euro aus.
TÜV-Süd-Chef Axel Stepken prognostiziert, dass sich die Umsatzeinbußen
für 2009 auf rund acht Mio. Euro hoch summieren könnten.
Die
gesamte Prüfbranche setzt pro Jahr mehr als 1,2 Mrd. Euro bei Haupt-
und Abgaschecks für Pkws um. Trotz der Umsatzeinbußen bewerten die
Prüfunternehmen die Einführung der Abwrackprämie positiv. Der
subventionierte Neukauf dämme den Trend ein, dass Besitzer von alten
Autos wegen der Wirtschaftskrise an der Wartung zu Lasten der
Sicherheit sparen. Die Abwrackprämie setzt jedoch auch
Auto-Recycling-Betriebe unter Zugzwang . So steigt der Platzbedarf für
Autowracks drastisch an, da immer mehr Fahrzeuge abgestoßen werden,
deren Schwacke-Preis unter der Vergütung von 2.500 Euro liegt. Somit
werden immer mehr Autos aus dem Verkehr gezogen, die technisch intakt
sind und auf dem freien Markt sogar 4.000 bis 5.000 Euro wert wären.